BUND-Broschüre: Umweltverträgliche und gemeinwohlorientierte Schiene
Broschüre (veröffentlicht im März 2026):
Umweltverträgliche und gemeinwohlorientierte Schiene als Rückgrat einer sozial- ökologischen Mobilitätswende
siehe auch Projekt-Homepage des BUND
Die Broschüre fasst als Projektergebnis viele wichtige und richtige Aspekte zusammen. Dieses gilt auch für die prinzipielle Kritik zur Fixierung der DB InfraGO auf Großprojekte. Bezüglich des Deutschlandtaktes, auf den sehr häufig Bezug genommen wird, bleibt der Inhalt allerdings schwammig. Das ergibt sich auch daraus, dass weder eine detaillierte Behandlung des Zielfahrplanes (siehe dazu ABBD-Position) noch auf früher bereits mal vorhandene Vertaktungen in Bundesländern eingegangen wird. Neu- bzw. Ausbauprojekte werden zwar exemplarisch benannt (Hannover – Bielefeld, Augsburg – Ulm, Mannheim – Karlsruhe), jedoch ohne Bewertungen bezüglich der in der Broschüre umfangreich vorhandenen Kriterien. (KP)
Aus dem Vorwort:
Die vorliegende Broschüre ist im vom Umweltbundesamt und Umweltministerium geförderten Projekt Umweltverträgliche und gemeinwohlorientierte Schiene als Rückgrat einer sozial-ökologischen Mobilitätswende entstanden. Dabei haben wir die Möglichkeiten betrachtet, wie das Schienennetz naturverträglich und nach Gemeinwohl-Gesichtspunkten erweitert werden kann, und die Vision einer „Bahn der Zukunft“ entwickelt. Im Projekt sind wir mit Akteur*innen aus den BUND-Landesverbänden, Kreisgruppen, Aktiven und Vertreter*innen von Schienen-, Umwelt- und Mobilitätsverbänden über Workshops und Veranstaltungen in den Dialog getreten.
Zitate aus der Broschüre zum Deutschlandtakt:
Eine weitere Fragestellung war, wie die Bahn im Deutschlandtakt-Modell mit regionalen ÖPNV-Angeboten verknüpft werden kann. […]
5) Zielvision Deutschlandtakt: Für den Ausbau des Schienennetzes ist es wichtig eine Zielvision, wie einen Deutschlandtakt, zu definieren und auf Naturverträglichkeit und Erreichen von Gemeinwohl- und Klimazielen zu überprüfen. […] Hier sollte abgewogen werden können, ob bei unverhältnismäßigen Eingriffen verkehrliche Vorgaben (u. a. Fahrzeiten, Geschwindigkeiten, Steigungen) verändert werden müssen. Eine Abwägung kann nur bei Vorliegen von verschiedenen Szenarien (bspw. unterschiedlichen Fahrzeiten im Deutschlandtaktmodell) und der dafür notwendigen Datengrundlage und Modellierung erfolgen. […]
In den Workshops wurde deutlich, dass ein Deutschlandtakt im Sinne eines integralen Taktfahrplans ein zielführendes Vorgehen im Sinne der Verkehrsverlagerung auf die Schiene ist. Kritisch angemerkt wurde jedoch, dass bei der Erarbeitung des Entwurfs des Zielfahrplans der Naturschutz nicht von Beginn an mitgedacht wurde. Dabei hätten beispielsweise Vorgaben wie Fahrzeiten stärker mit bereits bestehender Infrastruktur abgestimmt werden können, um manche große Neubauprojekte zu vermeiden. Gleichzeitig wurde kritisiert, dass Umweltverbände bei den Konsultationen und Planungsrunden zum Deutschlandtakt nicht vertreten waren und sind. […] Wie im Gutachten [von RegioConsult] gezeigt, findet auf der Ebene der Erstellung des Umsetzungsplans und Etappierung des Deutschlandtaktes der Einbezug von Vorgaben des Naturschutzes bislang nicht statt. Die Vermeidung von negativen Umwelteinflüssen auf Einzelprojektebene greift hier oft zu kurz. Durch die Aufnahme von Vorgaben des Naturschutzes und die Beteiligung von Umweltverbänden bereits zu Beginn der Planung können Zielkonflikte erkannt und frühzeitig ausgeräumt werden.
